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Hasle LU
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Contents

‱ Geographie
‱ Sprachen
‱ Geschichte
‱ Politik
‱ Gemeinderat
‱ Verkehr
‱ Bilder
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Geographie

Hasle besteht aus dem Dorf Hasle, den Ortsteilen Habschwanden und Heiligkreuz, sowie zahlreichen Weilern, Einzelgehöften und AlphĂŒtten. 300 Höhenmeter oberhalb von Heiligkreuz liegt der Aussichtspunkt First mit einem Restaurant. Im Winter ist dort ein kleiner Skilift in Betrieb.

Die Nordgrenze von Hasle beginnt dort, wo die Entlen in die Kleine Emme einmĂŒndet. Sie fĂŒhrt von dort nach Westen zur Grossen Fontanne und in dieser bachaufwĂ€rts bis zur Enklave Dieplischwand (Gemeinde Entlebuch). Von dieser aus verlĂ€uft die Grenze in sĂŒdöstlicher Richtung bis zur ZinggenbrĂŒcke, die ĂŒber die Kleine Emme fĂŒhrt. In diesem linksufrigen Teil der Gemeinde Hasle liegen auf einem nordwestlich liegenden Hang der Ortsteil Habschwanden (849 m ĂŒ. M.; 1,2 km nordwestlich des Dorfs) und der Weiler Änetegg (822 m ĂŒ. M.; 2 km westlich des Dorfs).

Der Grossteil der Gemeinde befindet sich allerdings auf dem rechtsseitigen Ufer der Kleinen Emme. Im Talboden, an der Strasse Luzern-Bern, liegt das Dorf Hasle. Dieses ist mittlerweile mit den Weilern Oeschtor (im SĂŒdwesten), Gibel (im SĂŒden), Feld (im Nordwesten), BĂŒel (im Norden) und Farbstutz (im Nordosten) zusammengewachsen. Durch das Dorf fliesst der Biberebach, der gleich westlich des Dorfs von rechts in die Kleine Emme einmĂŒndet. Dieser Biberebach bildet auf mehreren Kilometern LĂ€nge bis hin zu seiner Quelle die Grenze zur Gemeinde SchĂŒpfheim. Sein Lauf fĂŒhrt westlich des Ortsteils Heiligkreuz (1127 m ĂŒ. M.; 3,5 km sĂŒdlich des Dorfs) vorbei. Bei Schwarzmatt, sĂŒdlich der Quelle des Bibernbachs, biegt die Grenze Richtung Osten ab hin zur Kleinen Entlen. Zwischen dieser und Heiligkreuz liegt der First (1431 m ĂŒ. M.). Von der Kleinen Entlen wendet sich der Grenzverlauf gegen SĂŒden, immer dem Änggelauenebach entlang. Von dessen Quelle weg biegt sie in sĂŒdöstlicher Richtung zur Änggelaueneflue (1902 m ĂŒ. M.) ab, geht von dort in sĂŒdwestlicher Richtung ĂŒber einen Grat zur Schafmatt (1979 m ĂŒ. M.) und von diesem weiter ĂŒber die Wasserfallenegg zum FĂŒrstein (2040 m ĂŒ. M.). Dieser liegt an der Kantonsgrenze zum Kanton Obwalden. Vom FĂŒrstein fĂŒhrt diese dem Wissgubergrat entlang bis zur Quelle des Wallerfallenbachs, einem der QuellbĂ€che der Grossen Entlen. Die Grosse Entlen bildet auf ihrem gesamten Lauf bis zur EinmĂŒndung in die Kleine Emme beim Dorf Entlebuch die Gemeindegrenze zur Gemeinde Entlebuch. Das drittwichtigste GewĂ€sser nach der Kleinen Emme und Grossen Entlen ist die Kleine Entlen. Diese entspringt im Herzen der Gemeinde und fliesst in leicht nordöstlicher Richtung vom Zusammenfluss mit dem bereits erwĂ€hnten Änggelauenebach durch ein stellenweise morastiges Tal. Auf 818 m ĂŒ. M. mĂŒndet sie von links in die Grosse Entlen ein, die von diesem Punkt weg schlicht Entlen heisst.

Abgesehen vom Grat zwischen der Kleinen und der Grossen Entlen ist das ganze Gebiet ein Hochmoor. In diesem erheben sich die Gipfel Ebnetenfluh (1833 m ĂŒ. M.), Schimberig (1815 m ĂŒ. M.) und HĂ€ngst (1809 m ĂŒ. M.). Der ganze Hang der Schattsite (Schattenseite), dem Hang rechtsseitig der Kleinen Emme, ist gerodet. Um Heiligkreuz und entlang der BĂ€che gibt es grössere Waldgebiete. Im Romooser Howald östlich von Heiligkreuz entspringt der Gretebach, der nach einigen Kilometern Lauf in nördlicher Richtung von links in die Entlen einmĂŒndet.

Vom gesamten Gemeindeareal wird die HÀlfte (48,4 %) landwirtschaftlich genutzt. Weitere 40,7 % sind Wald und Gehölz (teilweise im Sumpfgebiet) und nur 3,5 % SiedlungsflÀche (Stand 2015/16).cite-ref-6[6]

Hasle grenzt an Doppleschwand (an der Grossen Fontanne), Entlebuch, FlĂŒhli, Romoos (ebenfalls an der Grossen Fontanne) und SchĂŒpfheim im Kanton Luzern – und an die Gemeinde Sarnen im Kanton Obwalden.

Bevölkerung

Die Bevölkerung wuchs fast 200 Jahre, von 1650 bis 1837, rasch an. Dann ging sie bis 1850 leicht zurĂŒck. Nach einer Stagnationsphase bis 1870 sank sie durch Abwanderung bis ins Jahr 1900 (1870–1900: − 18,4 %). Dann folgten 20 Jahre ohne grosse Bevölkerungsbewegungen. Von 1920 bis 1970 wuchs sie dann wieder, mit Ausnahme der 1950er-Jahre (1920–1970: + 27,6 %). In den 1970er-Jahren ging die Zahl der Einwohner ein letztes Mal zurĂŒck (1970–1980: − 6,4 %). Von den 1980er-Jahren bis zur Jahrtausendwende wuchs die Einwohnerzahl ununterbrochen (1980–2000: + 13,7 %). Seither stagniert die Einwohnerzahl (2000–2010: − 0,6 %).

Quelle: Bundesamt fĂŒr Statistik; 1850 bis 2000 VolkszĂ€hlungsergebnisse, 2010 ESPOP, seit 2011 STATPOP

Sprachen

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Der lokale Dialekt unterscheidet sich stark von demjenigen der Stadt Luzern. Bei der letzten VolkszÀhlung im Jahr 2000 gaben 96,41 % Deutsch, 1,88 % Albanisch und 0,47 % Italienisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen

FrĂŒher war die gesamte Einwohnerschaft Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Dies ist zwar auch in Hasle nicht mehr der Fall. Dennoch ist die Bevölkerung weit ĂŒberdurchschnittlich homogen, was das religiöse Bekenntnis betrifft. Heute (Stand 2000) gibt es 93,65 % römisch-katholische, 3,17 % evangelisch-reformierte und 0,47 % orthodoxe Christen. Daneben findet man 1,06 % Muslime und 1,00 % Konfessionslose. Die Muslime sind herkunftsmĂ€ssig Albaner.

Herkunft – NationalitĂ€t

Ende 2022 zÀhlte die Gemeinde 1730 Einwohner. Davon waren 1680 Schweizer Staatsangehörige und 50 (= 2,9 %) Menschen anderer Staatsangehörigkeit. Die grössten Zuwanderergruppen kommen aus Deutschland (21 Menschen), Italien und Spanien (je 5). 12 Personen stammen aus weiteren EU-LÀndern, 7 sind nichteuropÀischer Herkunft.cite-ref-7[7]

Geschichte

Die Gemeinde Hasile taucht erstmals 1236 in einem Schutzbrief von Papst Gregor IX. an das Kloster Engelberg auf. Darin werden die Ortsteile Habschwanden («Habeswanden») und Keglisberg («Chegelsperch») als GĂŒter des Klosters Engelberg ausgewiesen.cite-ref-8[8] Hasle teilte das Schicksal des gesamten Inneren Amts Wolhusen, wie die Region Entlebuch unter der Herrschaft der Freiherren von Wolhusen hiess. Das Entlebuch verburgrechtete sich 1385 mit der Stadt Luzern. EndgĂŒltig zu Luzern kam es 1405, als die bisher regierenden Habsburger die ganze Gegend fĂŒr 300 Goldgulden der Stadt verkauften. Im Jahre 1465 wurde die Pfarrei Hasle, die zuvor der Pfarrei Menznau angehörte, selbststĂ€ndig, was sie vom Bischof von Konstanz bestĂ€tigen liess. Der Ort beteiligte sich aktiv am Aufstand im Rahmen des grossen Schweizer Bauernkriegs. Am 10. Februar 1653 versammelten sich die Entlebucher beim Wallfahrtsort Heiligkreuz, und am 26. Hornung (Februar) beschworen sie mit dem Bundesbrief der X Aemter der Stadt Luzern den Wohlhuser Bund. Hasle gehörte bis 1798 zur Landvogtei Entlebuch, danach bis 1803 zum helvetischen Distrikt SchĂŒpfheim. Seither ist es eine der Gemeinden im damals neu geschaffenen Amt Entlebuch.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat Hasle besteht aus fĂŒnf Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt (Stand MĂ€rz 2024):cite-ref-9[9]

‱ Thomas Röösli (Die Mitte): GemeindeprĂ€sident
‱ Michael Hofstetter (SVP): Gemeindeammann
‱ Alexandra Wicki-Erni (Die Mitte): Sozialvorsteherin
‱ Pius Felder (SVP)
‱ Edy Schöpfer (parteilos)cite-ref-10[10]

Kantonsratswahlen

Bei den Kantonsratswahlen 2023 des Kantons Luzern betrugen die WĂ€hleranteile in Hasle: Mitte (einschliesslich Junge Mitte) 46,79 %, SVP (einschliesslich Junge SVP) 38,79 %, FDP 9,39 %, SP 4,13 % und GrĂŒne 0,90 %.cite-ref-11[11]

Nationalratswahlen

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2023 betrugen die WĂ€hleranteile in Hasle: SVP 45,9 %, Mitte 37,1 %, FDP 8,9 %, SP 4,8 %, glp 1,0 %, GPS 0,8 %, ĂŒbrige 1,4 %.cite-ref-12[12]

Verkehr

Seit 1914 besitzt Hasle eine eigene Haltestelle an der Bahnlinie Luzern–Wolhusen–Bern. Der Ortsteil Heiligkreuz ist durch die Postautolinie Hasle-Heiligkreuz (LU) erschlossen. Der Ortsteil Bramboden der Gemeinde Romoos wird an Sommerwochenenden ebenso von Hasle aus erschlossen (Postautolinie SchĂŒpfheim-Hasle-Bramboden).cite-ref-13[13]

Hasle liegt an der Hauptstrasse von Luzern nach Langnau-Bern/Schallenberg-Thun. Der nÀchstgelegene Autobahnanschluss Emmen-Nord an der A2 ist 30 km entfernt.

SehenswĂŒrdigkeiten

Siehe auch

:

Liste der KulturgĂŒter in Hasle LU

Auch in der kleinen Ortschaft Hasle im Entlebuch gibt es einen Totentanzzyklus mit acht ĂŒberlebensgrossen Figurenpaaren. Er wurde 1687 an den LanghauswĂ€nden und im Chorraum des Beinhauses neben der Pfarrkirche St. Stephanus als Fresko ausgefĂŒhrt. In diesem Fall sind die Stifter bekannt, weil deren Namen in den Kartuschen der gemalten Konsolen angegeben sind. Über jedem Paar stehen die zweizeiligen Dialoge zwischen dem Tod und seinem Opfer. Es sind abgebildet: Papst, Kaiser, Wirt, Schreiber, MĂŒller, JĂŒngling, Bauer, Älpler.cite-ref-14[14]


Persönlichkeiten

‱ Johann von Aarwangen (nach 1280–1350), Politiker, Diplomat, Stifter der Wallfahrtskirche Heiligkreuz und Eremit
‱ Max Theiler (1899–1972), EhrenbĂŒrger von Hasle, NobelpreistrĂ€ger fĂŒr Physiologie und Medizin, Entwickler des Impfstoffs gegen Gelbfieber

Bilder

Literatur

‱ Heinz Horat: Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons Luzern, Neue Ausgabe I: Das Amt Entlebuch. (KunstdenkmĂ€ler der Schweiz, Band 80). Hrsg. von der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1987, ISBN 3-7643-1900-3, S. 184–233.
‱ AndrĂ© Meyer: Heiligkreuz LU. (Schweizerische KunstfĂŒhrer, Nr. 248). Hrsg. Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1979, ISBN 978-3-85782-248-3.
‱ Heinz Horat: Hasle im Entlebuch. (Schweizerische KunstfĂŒhrer, Nr. 349). Hrsg. Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1984, ISBN 978-3-85782-349-7.

Weblinks

Commons

: Hasle

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Offizielle Website der Gemeinde Hasle LU
‱ Gemeindeprofil des kantonalen statistischen Amtes (PDF; 112 kB)
‱ Willi Huber: Hasle (LU). In: Historisches Lexikon der Schweiz.

Einzelnachweise

cite-note-11. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-22. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-33. Bilanz der stĂ€ndigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
cite-note-44. StÀndige und nichtstÀndige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei spÀteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
cite-note-55. StĂ€ndige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Memento des Originals vom 1. Januar 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bfs.admin.ch (StĂ€ndige Wohnbevölkerung)
cite-note-66. ↑ Bodennutzung nach Nutzungsarten. LUSTAT Statistik Luzern, 19. April 2022, abgerufen am 11. MĂ€rz 2024.
cite-note-77. ↑ Bevölkerung Migration und Integration. LUSTAT Statistik Luzern, August 2023, abgerufen am 11. MĂ€rz 2024.
cite-note-88. ↑ Heinz Horat (Hrsg.): Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons Luzern. BirkhĂ€user Verlag, Basel 1987, S. 184.
cite-note-99. ↑ Gemeinderat. Gemeinde Hasle, abgerufen am 11. MĂ€rz 2024.
cite-note-1010. ↑ Edy Schöpfer wird neuer Gemeinderat. Gemeinde Hasle, 28. Oktober 2022, abgerufen am 11. MĂ€rz 2024.
cite-note-1111. ↑ https://www.lustat.ch/files_ftp/daten/kt/0003/w173_302t_kt0003_gd_d_2023.html Kantonsratswahlen: StĂ€rke der Parteien 2023
cite-note-1212. ↑ Nationalratswahlen. LUSTAT Statistik Luzern, 3. Januar 2024, abgerufen am 11. MĂ€rz 2024.
cite-note-1313. ↑ Fahrplan 60.234 SchĂŒpfheim-Hasle LU-Bramboden. 27. Oktober 2023, abgerufen am 11. MĂ€rz 2024.
cite-note-1414. ↑ Hans Georg Wehrens: Der Totentanz im alemannischen Sprachraum. "Muos ich doch dran - und weis nit wan". Schnell & Steiner, Regensburg 2012, ISBN 978-3-7954-2563-0. S. 219ff.